Mossad-Killerkommandos

Mord gehört zum Geschäft vieler Geheimdienste, doch kaum einer ist so berüchtigt für seine Killerkommandos wie Israels Mossad. Manche Operationen gelten in Agentenkreisen als regelrechte Lehrstücke - andere scheiterten kläglich. Die mutmaßliche Tötungsmission in Dubai könnte Israel schaden. thomas körner

http://www.spiegel.de/politik/ausland/mossad-killerkommandos-touristen-mit-lizenz-zum-toeten-a-678484.html

Mord gehört zum Geschäft vieler Geheimdienste, doch kaum einer ist so berüchtigt für seine Killerkommandos wie Israels Mossad. Manche Operationen gelten in Agentenkreisen als regelrechte Lehrstücke – andere scheiterten kläglich. Die mutmaßliche Tötungsmission in Dubai könnte Israel schaden.

Berlin – Sieben Jahre nach der israelischen Staatsgründung, im Jahr 1955, schrieb der Philosoph Jischajahu Leibowitz dem damaligen Premierminister David Ben-Gurion einen Brief. Darin beklagte er, dass bei israelischen Operationen auch unschuldige Palästinenser getötet wurden. “Ich bin anderer Ansicht”, antwortete Ben-Gurion. “Es wäre zwar schön, wenn es eine Welt gäbe voller Frieden, Brüderlichkeit, Gerechtigkeit und Ehrlichkeit – aber noch wichtiger als das wäre es, dass wir in dieser Welt auch leben.”

Diese Vorstellung eines wehrhaften Staates, der sich seiner Feinde auch mit Gewalt entledigt, wo sich die Gelegenheit bietet, wird in Israel bis heute von einer breiten Mehrheit getragen. Dazu gehört auch, dass der Mossad, also der Auslandsgeheimdienst, aber durchaus auch die Armee, Killerkommandos einsetzt. Bei den sogenannten targeted killings in den Palästinensischen Gebieten, so rechnen es Menschenrechtsorganisationen vor, habe die israelische Armee bislang über hundert Menschen getötet.

Dass der gesellschaftliche Konsens über die Richtigkeit der Mordaktionen nach wie vor besteht, zeigt sich am aktuellen Fall. Der Mossad soll Ende Januar dieses Jahres in Dubai einen Waffenbeschaffer der Hamas umgebracht haben. Das behauptet nicht länger nur die Hamas selbst. Die Behörden in Dubai veröffentlichten Anfang dieser Woche einen Zusammenschnitt von Überwachungsbildern, der das mutmaßliche Killerkommando zeigt. Nur ein Geheimdienst, heißt es in deutschen Sicherheitskreisen, könne eine derartig professionelle Operation durchziehen. In Großbritannien wurden Regierungsbeamte noch deutlicher: Man sei überzeugt, dass der Mossad hinter der Ermordung von Mahmud al-Mabhuh stecke.

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